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Oberleutnant Karl Charisius

Dieses Thema im Forum "Deutsch-Ostafrika" wurde erstellt von leutwein, Jan. 22, 2016.

  1. leutwein

    leutwein Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo Forumsgemeinde,

    heute möchte ich euch meine neueste Errungenschaft vorstellen.

    Bei dem Herrn handelt es sich um den Oberleutnant Karl Charisius von der kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. Das Photo wurde im Oktober 1897 in Berlin aufgenommen, wohl kurz vor seiner Rückreise nach Deutsch-Ostafrika. Auf der Brust trägt er den Kronenorden 4. Klasse mit Schwertern und die Centenarmedaille.

    Oblt. Karl Charisius erhielt seinen KO4x für die Teilnahme an der Expedition gegen Quawa (dem Bezwinger der Zelewski-Expedition im Jahre 1891: https://de.wikipedia.org/wiki/Gefecht_bei_Lula-Rugaro) im Jahre 1894.

    Tom von Prince, der damalige Kompanie-Chef von Oblt. Charisius, erzählt in seinem Buch "Gegen Araber und Wahehe" ausführlich wie Oblt Karl Charisius seinen KO4x erhalten hat:

    Die Erstürmung Iringas

    Die Sturmkolonnen. Morgens 4 Uhr hieß es, vor dem Lager leise antreten. Etwas abseits, entsprechend dem Grabenende, stellten wir uns auf. Zwei Kolonnen nebeneinander, mit etwa 80 Meter Abstand. Jede Kolonne aus zwei Kompagnien in Kompagniekolonnen hintereinander; Sturmleitern dabei. Die linke Kolonne (12. und 6. Kompagnie) führte Elpons, die rechte (4. und 3. Kompagnie) ich. Schele stand mit dem Rest in Reserve vor dem Lager.
    Ein grauer Schimmer begann die Nacht zu erhellen. Elpons und ich erhielten Befehl, nach Erstürmung der Ringmauer weitere Weisungen abzuwarten. Endlich bekamen wir Befehl zum Vormarsch, während Schele zum Lager, zur Reserve, zurückeilte.

    Anmarsch. So leise wie möglich ging es vorwärts; ich, 10 Meter vor meiner Kolonne, winkte mit den Armen den Takt, die linke Kolonne scharf nach der meinen ausgerichtet. Anfangs blieb alles still in Iringa. Aha, dachte ich, die alte Taktik der Tembenverteidiger: Totenstille und dann auf die letzten fünf Meter Schnellfeuer. Zunächst war es hier aber anders, denn die Wahehe begannen auf uns loszuschimpfen und erhoben ein gewaltiges Gebrüll. Ich markierte vorn das Tempo mit den Armen. 100 Meter! 80 Meter! 60 Meter! 40 Meter! ab von der Mauer. Noch immer kein Schuß. Das Feuer mußte aber jetzt bald kommen. Die Wirkung auf die dicken Kolonnen der im Morgengrauen fröstelnden, stumm im Takt marschierenden Leute konnte bedenklich werden.

    Sturm auf die Umwallungsmauer. Also brüllte ich, so laut wie ich nur konnte: "Zum Sturm, Gewehr - rechts! Marsch, marsch, hurra!" Im Augenblick waren die vorderen Züge der Kolonne aufgelöst an der Mauer und steckten die Gewehre durch die Scharten. Unser Feuer begann fast gleichzeitig mit dem des überraschten Feindes. Im tosenden Gebrülle und wahnwitzigen Schießen merkte niemand, was dem Nachbar passierte. Der zweite Zug der vorderen 4. Kompagnie warf die Leiter hoch, der dritte Zug kletterte hinauf, legte sich auf der breiten Mauerkrone auf den Bauch und schoß von dort herunter. Die 3. Kompagnie unter Kielmeyer, der zwei Jahre darauf den Heldentod starb, schwärmte rechts und links aus, schoß durch die Scharten und versuchte Bresche zu schlagen. Als die erste Leiter and die Wand gelegt wurde, drängte sich ein langer Sudanese vor mir hinauf, rutschte aber gleich zurück. Ich dachte, der Mann habe es plötzlich mit der Angst gekriegt. Er rief aber: "Nimepata! (Hab´mein Teil ab!) Blut quoll über mich weg; ich ließ ihn los und kletterte hinauf. - Das alles war viel schneller vor sich gegangen, als ich es zu beschreiben vermag.

    Von oben zeigte sich ein wundersames Bild. Unter uns waren die Krieger in dichten Reihen weit mehr unserem Feuer ausgesetzt, als wir dem ihrigen. Das konnten sie nur ganz kurze Zeit aushalten. Ich bekam den Eindruck, daß auf die Reserve nicht gewartet werden dürfe, sondern mit aller Energie vorgedrungen werden müßte. Ich hatte auch Sorge, daß die Kerls ihre Munition im rasenden Schnellfeuer verschössen.

    Daher meldete ich, während Pandämonium um mich und unter mir herrschte, schriftlich an Schele: "Außenmauer genommen; muß sofort vordringen, bitte Exzellenz gehorsamst, mit allen nachzurücken." - Da war auch schon der größte Teil meiner Kolonne oben auf dem Mauerdache und knallte wild auf die nun auseinanderstiebenden Wahehe hinab. Vor meiner Kompagnie stehend, befahl ich den Leuten, herunterzuspringen. Das war nicht leicht, denn die Mauer war 4 bis 5 Meter hoch, die Askaris hatten das Seitengewehr aufgepflanzt und waren überdies meist ungeschickte Sudanesen. "Charisius", rief ich, "machen Sie´s wie ich!" Griff einen Kerl am Kragen und schob ihn herunter. Das half.

    Charisius´längere Arme und größere Kräfte schafften´s besser als ich. Im Handumdrehen waren einige herunterbefördert; einer, wie ich nachher erfuhr, mit gebrochenem Gelenk. Ich hinunter, Charisius und die Kompagnie im Augenblick hinterher. Alles knallte, sobald es festen Fuß fand, bis auch die Kompagnie Kielmeyers unten angelangt war.

    Im geschlossenem Haufen stürmten wir nun vor, Gasse auf Gasse entlang, an der Quawa-Tembe vorüber, immer hinten hinter den freilich unendlich schnellfüßigeren Kriegern her. Aus den langen Tembenwänden knallte es allerorten! Hinein! Bum, bum! Heraus! und weiter durch die engen Straßen. Im Weiterlaufen zog die Kompagnie Kielmeyer mehr links. Meine Kompagnie führte ich geradeaus durch die Stadt, immer wo die meisten Flüchtigen zu sein schienen. Als wir an dem rechten Ende ankamen und schnell die dortige Bastion bestiegen hatten, sah es draußen schwarz von Kriegern aus. - "Donnerwetter, die Kerle machen wohl Gegenattacke aufs Lager?! Ein Araber scheint auch bei ihnen zu sein." -

    "Alle hinauf auf die Mauer! Maxim!" - Charisius kommandierte Salven und Schnellfeuer, Unteroffizier Link knatterte wie besessen mit seinem Maxim los. Die Kriegerscharen bogen links ab.

    Dort nördlich treibt eine Horde eine Herde weg. Hinaus aus der Umwallung und diese ihr abgejagt, dann sofort zurück zur Mauer. - Das Maxim wird auf starker, gedeckter Bastion aufgestellt, die Kompagnie gesammelt. - Hier stößt die 3. Kompagnie wieder zu mir, auch Leutnant Engelhardt, trotz Beinschusses, und sehr bald meldet sich Kleist mit zwei Zügen seiner 5. Kompagnie, von Schele mir zur Verstärkung gesandt, da das Feuer hauptsächlich in der Richtung meines Vordringens sei. Ich sicherte den wichtigen Platz durch einen Zug der 5. Kompagnie sowie ein Maxim und beschloß den Angriff auf die Sultanstembe selbst. Unter Feuern nach rechts und links auf alles, was sich vom Feinde zeigte, zogen wir dorthin.

    Der letzte Sturm. Wir trafen auf die 6. Kompagnie. Diese und die 3. bereiteten sich nach rechts und links aus und versuchten, die Riesentembe zu umstellen. Die 4. Kompagnie und den Zug Kleists führte ich zum Sturm vor. Vor der Tembe kamen wir in eine enge, quer auf die Mauer führende Gasse. Aus der Tembe schießt´s in die Gasse hinein. Kommando: "Sektionskolonnen - links - marschiert auf, marsch, marsch! Tritt gefaßt!" Die Musik spielt! Ich voran, gebe Tempo mit den Armen an. Tadellos halten sich die Soldaten. "Marsch, marsch! Hurra!" Durch die Gasse, an die Mauer. Rechts und links schwärmen die Züge auseinander und feuern in die winzigen Scharten hinein. Kleist gerät gerade vor eine solche; ich ziehe ihn hinweg, denn ich kannte ja den Rummel schon.

    Die längsten Sudanesen versuchen, mich aufs Dach zu heben, doch ich gleite immer wieder herunter, und die beiden Sudanesen, die mich gehalten, liegen mit zerschmetterten Oberschenkeln am Boden. Sofort versuchen andere Sudanesen mich hinaufzuheben, taumeln aber alsbald auseinander, wieder mit Schenkelschüssen, und ich falle abermals herab.- So kam ich auf die 5 bis 6 Meter hohe Tembe mit vorspringendem Dach nicht hinauf und sah auch, daß meine Leute schwere Verluste hatten. Daher legte ich sie in grabenartige Vertiefungen längs vor der Tembenwand, die dadurch entstanden waren, daß der Boden zum Bewerfen der Tembenwände gebraucht war. Dort lagen sie im toten Winkel, sicher vor den fortwährend über sie hinstreichenden Schüssen. Ich gewahrte einen langen Balken und wollte daran aufs Dach klettern. Ein Sudanese springt herbei, hebt ein Ende auf seine, ich das andere auf meine Schulter. Plötzlich lässt er den Balken fallen, derart, daß ich einen harten Schlag an den Kopf bekomme, und springt wie im Veitstanz umher. Zuerst fluche ich auf ihn, sehe aber dann, daß ihm der Fuß zerschossen ist.

    Ich hatte bereits Befehl gegeben, eine Abteilung nach unseren Sturmleitern zu senden, als Schele, durch das Schießen angelockt, mit dem Rest der 12. Kompagnie erschien. Er ließ sofort Leitern holen und ein Geschütz kommen. - Bald krachte die Kanone in die Tembenecke hinein; die Leiter wurde angelegt, und hinauf ging es, die Leute nach. Emsig wurde durchs Dach nach unten geschossen, ebenso in den weiten Hof auf flüchtende Gestalten. Dann hinunter in die Öffnung und hinein ins Innere, unter stetem Feuern nach vorn ins Dunkle. Hier eroberte die 4. Kompagnie die Geschütze der Zelewski-Expedition wieder! - Bald waren wir durch die Sultans-Palasträume hindurchgestürmt und an der anderen Öffnung wieder in den Hof gelangt. Iringa war eingenommen. - Aber wo ist Quawa?

    Die mit Schele gekommene Kompagnie war sogleich auf die andere Seite der Tembe geschickt worden, reichte aber natürlich zur Umstellung nicht aus. Quawa war leider entwischt. - Das bedeutete weiteren Kampf und für mich bald danach einen fast dreijährigen Guerillakrieg anstrengendster Art.

    [...] Das Lob der Vorgesetzten, aber noch vielmehr die Anerkennung der Kameraden ist eben etwas Erfreuliches, sehr Schönes! Unsere Verluste in der Truppe selbst waren: Maaß tot, Kleist und Engelhardt, Unteroffizier Jänke und Lazarettgehilfe Schnopp meiner Kompagnie verwundet, 8 Soldaten tot, 44 verwundet, also etwa 10 Prozent, mithin fast noch einmal soviel als die Verluste 1870 bei Sedan (5 Prozent). Die Anerkennung war aber auch schön. Alle wurden dekoriert, Schele mit dem pour le mérite. ich war zu jung. - Meine Abteilung war am meisten betroffen, hauptsächlich beim letzten Sturm. Von ungefähr 100 Mann meiner Kompagnie waren 18 tot und verwundet, unter diesen 12 mit schwersten Oberschenkelschüssen, aus den Gewehren Mod. 78, die Quawa bei der Zelewski-Katastrophe erbeutet hatte. Von den Verwundeten erlagen zu meinem großen Schmerze bald fast alle ihren Wunden.

    Die schwerste Leistung war der letzte Angriff auf den Quawa-"Palast" gewesen. Von etwa 90 Mann, mit denen Charisius, Kleist und ich den ersten Ansturm gemacht hatten, war fast ein Drittel in ungefähr 10 Minuten angeschossen worden. Hier wurden auch Kleist und Unteroffizier Jänke verwundet.



    Ich hoffe es war interessant für euch einen Abschnitt aus dem Buch "Gegen Araber und Wahehe" zu lesen bzw. einem Abschnitt aus Charisius Leben zu erfahren.
     

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    Zuletzt bearbeitet: Jan. 23, 2016
  2. Deichkind

    Deichkind Moderator / Sponsor AbzeichenMod

    Vielen Dank für die gut lesbaren Auszüge und Glückwunsch zum Foto.
    Deichkind
     
  3. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Hallo Karsten!
    Vielen Dank für den Bericht! So was lese ich immer gerne.
    Da habe ich mal Frage. Wie soll es auch anders sein...

    In der 1899er Rangliste ist bei Oberleutnant Charisius noch vermerkt: "kommandiert zur Dienstleistung beim Oberkommando der Schutztruppen."
    Da mußte ich grinsen... Wiki schreibt, "Das Kommando der Schutztruppen (in der Literatur vielfach fälschlich als Oberkommando bezeichnet)"
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kommando_der_Schutztruppen
    Schön, das Wiki besser Bescheid weiß, als die Kgl. Geheime Kriegs-Kanzlei, die die Ranglisten herausgab...:D

    Zurück zum Problem...In der 1895er ist ja die Schutztruppe noch nicht verzeichnet. Müßte da aber nicht Herr Charisius erwähnt sein? Zumindest in seiner Stammeinheit?
    Ich habe dort folgende Soldaten gefunden:
    Sec.Lt. Charisius als Reserveoffizier im Gren.Rgt.Nr.4 (gemeldet in Braunsberg)
    Sec.Lt. Charisius in der 4./Inf.Rgt.67 in Metz
    Pr.Lt. Charisius in der 1./Ul.Rgt.Nr.2 in Gleiwitz mit Vermerk "kommandiert zur Milit.Reit.Insp."

    Auszug aus der 1890er Rangliste:
    Sec.Lt. Charisius in der11./Inf.Rgt.131 Metz
    Sec.Lt. Charisius in der 3./Ul.Rgt.2 Ratibor
    Sec.Lt. Charisius als Reserveoffizier im Gren.Rgt.4 (gemeldet in Wehlau)

    Aber keiner dieser Jungs hat 1895 eine Auszeichnung!

    Die Schutztruppe wurde erstmals in der Rangliste von 1897 erwähnt.
    Vorher unterstand sie dem Reichskanzler, in Verwaltung dem Auswärtigen Amt.
    Soldaten, die sich zum Dienst in Übersee meldeten, wurden zunächst an das Auswärtige Amt zur Dienstleistung kommandiert und von dort in die verschiedenen Schutzgebiete entsandt.

    Deshalb meine Frage: Wo ist Herr Charisius in der Rangliste 1895, wenn er 1894 als Leutnant den KO4x bekommen hat?

    Ranglisteneinträge:
    1897 als Pr.Lt. in Ostafrika (aus dem Buch "Die Deutsche Schutztruppe" von Werner Haupt)
    1899 als Oberleutnant in Ostafrika
    1900 als Oberleutnant in Ostafrika
    1904 als Hauptmann zzgl. RAO4 (Patent 27.1.02 Z9z) in Ostafrika
    1909 als Hauptmann in Ostafrika mit RAO4 mit Krone und Dienstauszeichnungskreuz.
    1911 als Major in Ostafrika (charakterisiert 21.2.11)
    1913 als Major in Ostafrika (Patent 16.6.11 E1)
    1914 als Bezirksoffizier im Hauptmeldeamt des Landwehrbezirks II Altona (dürfte Klaas interessieren...) als Major z.D.
    Stellenbesetzung 1917 als Bezirksoffizier im Bez.Kdo. II Altona als Major z.D. (kommandiert seit 10.9.13)
    Stellenbesetzung 1918 als Bezirksoffizier im Bez.Kdo. II Altona als Major z.D. (kommandiert seit 10.9.13)
    Stellenbesetzung 1919 als Bezirksoffizier im Bez.Kdo. II Altona als Major z.D. (kommandiert seit 10.9.13)
    In der Ehrenrangliste als Bezirksoffizier beim Bez.Kdo. II Altona, entlassen als Oberstleutnant a.D.

    Mich würde mal der Eintrag der 1896er RL interessieren. Die habe ich aber leider nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: Jan. 23, 2016
  4. leutwein

    leutwein Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo,

    und es freut mich, dass euch das Photo und der Lesestoff gefällt:)

    Hallo Andreas,

    dieser Herr dürfte "mein" Charisius sein:

    Auszug aus der 1890er Rangliste:
    Sec.Lt. Charisius in der11./Inf.Rgt.131 Metz​

    Wie aus meiner Liste ersichtlich, siehe Anhang, diente Charisius vor seinem Eintritt zur Schutztruppe im Inf.-Regt. 131

    Bis 1897 wurden die "Schutztruppen-Ranglisten" in den Marine-Ranglisten mit aufgeführt, siehe Anhang-->Inhaltsverzeichnis der Marine-Rangliste aus dem Jahre 1895.

    Nun gut....warum ist Charisius, ebenso die anderen ausgezeichneten Offiziere für die Expedition gegen Quawa, nicht mit dem KO4x in der 1895er-Rangliste aufgeführt?

    Die jeweiligen Auszeichungen (im Falle Charisius der KO4x) waren zwar für die Expedition gegen Quawa im Jahre 1894 ABER die Verleihung bzw. die Nennung im preußischen Militärwochenblatt (MWB) fand erst Mitte März 1895 (siehe Anhang) statt und im Deutschen Kolonialblatt erst am 01.April 1895.

    Meine Vermutung geht dahin dass die Rangliste 1895 zum besagten Zeitpunkt Mitte März 1895 bereits abgeschlossen war, so dass alle Verleihungen für den "Quawa-Feldzug im Jahre 1894" erst in der 1896er-Rangliste berücksichtigt wurden, siehe Anhang.

    Im Jahre 1894 hat Oblt. Charisius, ebenso alle anderen Offiziere jener Expedition, den KO4x nicht erhalten. Die Nennung im MWB und damit auch die Verleihung erfolgte erst Mitte März 1895.

    In der 1896er-Rangliste der Marine ist der Herr Oblt. Karl Charisius mit dem KO4x zu finden, siehe Anhang.

    Sollten Ranglisten der Marine nicht verfügbar sein, verweise ich auf folgende Links, wo ein Großteil der Marine-Ranglisten verfügbar ist:

    http://h2385226.stratoserver.net/wb...ten/74167-ranglisten-der-kaiserlichen-marine/

    Hoffe geholfen zu haben.

    Viele Grüße

    Karsten
     

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    Zuletzt bearbeitet: Jan. 23, 2016
  5. leutwein

    leutwein Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    und noch der Auszug aus der Marine-Rangliste von 1896 und diesmal mit KO4x:)

    Gruß

    Karsten
     

    Anhänge:

  6. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Hallo Karsten!
    Vielen Dank!
    Ja, das erklärt alles. Ich wußte nicht, daß die Schutztruppe bis dato bei der Marine geführt wurde. Marine-RL habe ich leider keine. Der link hilft ungemein weiter. Da muß ich dem Chris nächstes Mal einen ausgeben; wir treffen uns ja regelmäßig beim SDA Treffen!
    Interessanterweise und gleichzeitig gemein finde ich, daß in den Marineranglisten wohl die Patente schon mit angegeben sind! (s. Deinen Anhang 4 u. 5)
    Beim Heer gab es das erst seit der Rangliste des aktiven Dienststandes von Oktober 1900!
    Die 1895er RL dürfte sich mit den Daten wohl mit der Verleihung überschnitten haben. Sie ist vom Stand 1.Mai 1895. Die Drucklegung war also schon früher.
    Schön, das alles geklärt ist! Gute Arbeit!
    Was mich nur wundert ist, daß in der 95er der Zusatz "kommandiert zur Dienstleistung beim Oberkommando der Schutztruppen."
    nicht vorhanden ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: Jan. 23, 2016
  7. Glenn J

    Glenn J Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Hallo Andreas,

    Herr Charisius war der Sec.Lt. Charisius vom Inf.Rgt.131. Patent als Sec.Lt 17.9.87 R. Eintritt in die Schutztruppe am 18.10.93.

    Damals wurde die Schutztruppe in der Marine-Rangliste verzeichnet (Bis 1896 dann von 1897 in der Armee-Rangliste)

    KO4X am 11. März 1895

    Gruß
    Glenn
     
  8. Ruhrpottpreuße

    Ruhrpottpreuße Supermoderator / Ehrenmitglied Mitarbeiter AbzeichenSumoSpo

    Hallo Glenn!
    Auch Dir vielen Dank für die Infos! Wo Du die Infos auch zu den Patenten immer her hast... Beneidenswert!
     
  9. jaba1914

    jaba1914 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Ich freue mich wieder etwas aus den Kolonien zu lesen. Schade das du hier im Forum alleine stehst.
    Ein sehr lehrreiche Beitrag mit einem tollen Bild. Da sieht man wieder wieviel Geschichte hinter einem Bild steckt.
    Das ist mal ein "Big Picture".
     
    Zuletzt bearbeitet: Jan. 28, 2016
  10. leutwein

    leutwein Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Vielen Dank Alex, dass freut mich sehr.

    Sobald ich mal wieder mehr Zeit habe, stelle ich mal wieder was ein:)

    Gruß

    Karsten
     
  11. jaba1914

    jaba1914 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Unbedingt. Eine bessere Lehrstunde gibt es nicht.
     
  12. kontingentstruppen

    kontingentstruppen Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Schließe ich mich an

    Klasse Arbeit
    Es ist das tolle an diesem Thema, das noch vieles Neuland ist.

    Richard
     
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