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Überbleibsel von Schiffen der kaiserlichen Marine - SMS Hohenzollern

Dieses Thema im Forum "Marine" wurde erstellt von Mainschiffer, Dez. 16, 2017.

  1. wogen64

    wogen64 Mitglied AbzeichenUser

    Ich habe 1981 in Istanbul noch einen türkischen Ex-Admiral besucht ,der noch ein Fotoalbum von seiner Zeit auf B110 besaß. Auch er war " auf Skagerrak" gewesen. (BL)
     
  2. Mainschiffer

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    Hier möchte ich den erhaltenen Rest eines sehr frühen Schiffs der dt. Marine vorstellen. Es handelt sich um die bereits im Jahr 1863 gebaute Vineta, von der sich die Galionsfigur erhalten hat, die sich in der Marineschule Mürwik befindet. Wegen Einzelheiten zum Schiff darf ich auf die abgehängte Beschreibung verweisen.
    Stefan

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  3. Mainschiffer

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    SMS König Albert war das letzte Schiff der sog. Kaiser-Klasse (Großlinienschiff). Sie lief am 27.4.1912 in Danzig vom Stapel und gehörte im 1. Weltkrieg zum III. Geschwader der Hochseeflotte. König Albert nahm an diversen Vorstößen der Hochseeflotte in der Nordsee teil, wegen einem Werftaufenthalt jedoch nicht an der Skagerrakschlacht. Im Oktober 1917 erfolgte die Teilnahme am Unternehmen Albion in der Ostsee.
    König Albert überstand der Krieg ohne Beschädigungen oder Verluste und gehörte zu dem in Scapa Flow internierten Schiffsverband. Wie die anderen Schiffe erfolgte die Selbstversenkung.
    Erhalten von diesem Schiff hat sich ein Rettungsring, der sich in einem Museum auf den Orkney-Inseln befindet.

    Stefan

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  4. Mainschiffer

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    SM U 33 ist am 19.05.1914 auf der Germaniawerft in Kiel vom Stapel gelaufen. Im Krieg war es im Mittelmeer und im Schwarzen Meer eingesetzt und gehörte nacheinander der IV. Flottille, der Flottille Pola, der Flottille Constantinopel und dann wieder der Flottille in Pola an. Auf 16 Feindfahrten wurden 82 Schiffe versenkt und 8 beschädigt. Das Boot überstand den Krieg und musste am 16.1.1919 ausgeliefert werden.
    Erhalten hat sich von dem Boot die Fahrttabelle in Mürwick.
    Stefan

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  5. Mainschiffer

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    Übrigens können sich hier auch noch andere gerne mal mit eigenen Bildern von anderen Schiffen bzw. deren Resten einbringen. Das gibt es doch nicht, das hier auf dem ganzen Forum keiner ist, der nicht irgendwo mal was fotografiert hat, dass hier z. B. keiner aus Köln kommt und mal ein paar Fotos von den Resten des Kutters der SMS Cöln beisteuern kann. Auch im Ausland, wie der Türkei, gibt es doch noch Reste eines U-Boots, hat da keiner Fotos gemacht?
    Stefan
     
  6. Deichkind

    Deichkind Moderator / Sponsor AbzeichenMod

    Kann leider aus eigener Produktion nix beisteuern :(.
    Deichkind
     
  7. Mainschiffer

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    Eines der berühmtesten Boote der kaiserlichen Marine war das kleine Kanonenboot SMS Iltis, Typschiff der nach ihm benannten Iltis-Klasse. Dieses 1898 vom Stapel gelaufene Kanonenboot war extra für den Auslandseinsatz konzipiert und wurde von der kaiserlichen Marine in China eingesetzt. Für die Teilnahme an den dortigen Kampfhandlungen beim "Boxer-Aufstand" wurde dem Boot als einzigem Boot oder Schiff der kaiserlichen Marine mit AKO vom 27.1.1903 der Orden Pour le Merite verliehen.
    Erhalten hat sich in Mürwik die Schiffsglocke.
    Stefan

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  8. Mainschiffer

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    SMS von der Tann war der erste Schlachtkreuzer der kaiserlichen Marine. Im März 1909 vom Stapel gelaufen wurde er am 19.02.1911 in Dienst gestellt. Im Krieg gehörte er dem Schlachtkreuzergeschwader an und operierte in der Nordsee. Höhepunkt war dabei die Teilnahme an der Skagerrakschlacht, in der von der Tann den engl. Schlachtkreuzer HMS Indefatigable versenkte. Von der Tann musste allerdings ebenfalls insgesamt 4 schwere Treffer verschiedener Schiffe hinnehmen, zeitweise waren alle 4 Türme der Hauptartillerie ausgefallen. Es gab 11 Tode und 35 Verletzte zu beklagen. Auch dieses Schiff endete durch Selbstversenkung in Scapa Flow.
    Erhalten hat sich auch hier die Schiffsglocke, die sich im Marineehrenmal Laboe befindet.

    Stefan

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  9. Junker47

    Junker47 Bekanntes Mitglied AbzeichenUser

    Im WGM Rastatt soll früher mal die ganze Brücke ausgestellt worden sein.
     
  10. wogen64

    wogen64 Mitglied AbzeichenUser

     
  11. Mainschiffer

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    Ich denke, dass es in diversen Museumsmagazinen und auch anderswo noch so manches gibt, was interessant wäre. Ich finde es immer schade, wenn solche Exponate nicht zugänglich sind und der Besucher statt dessen immer öfters in halbleeren, aber ditaktisch ganz toll aufgearbeiteten Räumen steht.

     
  12. wogen64

    wogen64 Mitglied AbzeichenUser

    Die Fotos ( damals noch Negative) befinden sich bei mir. Abzüge stehen Mitgliedern des AK für Veröffentlichungen zur Verfügung. So z.B. Oberst Klaus Wolf für seine Orient Forschungen. Eine große Sammlung von geborgenen Ausrüstungsteilen von UB46 hat Herr Selcuk Kolay von Koc Museum. (BL)
     
  13. Landstürmer

    Landstürmer Sponsor AbzeichenSponsor

    Zu Beitrag 37:
    Das Wrackmuseum Cuxhaven gibt es nicht mehr in der alten Form. Die privaten Träger des Museums konnten es nicht mehr halten. Es gibt jetzt das Wrack- und Fischereimuseum an einem neuen Standort.
    Die Exponate wurden stark reduziert. Stichwort: "Moderne Museumspädagogik". War in 2016 da und kann mich nicht an eine Wellenabdeckung erinnern. Wer das alte Museum kennt wird enttäuscht.

    Gruß
    Landstürmer
     
  14. Mainschiffer

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    SMS Derfflinger war ein Schlachtkreuzer und Typschiff der Derfflinger-Klasse. Stapellauf war der 14.06.1913 in Hamburg.
    Während dem Krieg gehörte das Schiff zum Schlachtkreuzergeschwader unter Admiral Hipper. Bei der Skaggerrakschlacht stand das Schiff im Brennpunkt der Kämpfe. Derfflinger verfeuerte alleine 385 Granaten des Kalibers 30,5 cm und war an der Versenkung der britischen Schlachtkreuzer HMS Queen Mary und HMS Invincible entscheidend beteiligt. Allerdings musste auch Derfflinger schwere Schläge einstecken: Insgesamt 17 schwere Treffer führten u. a. zu einem Wassereinbruch von 3.000 Tonnen. 157 Tode und 26 Verwundete waren zu beklagen.
    SMS Derfflinger gehörte zu dem in Scapa Flow internierten Schiffsverband unter Admiral Ludwig von Reuter, der einst der erste Kommandant der Derfflinger war. Derfflinger wurde wie die übrigen Schiffe am 21.6.1919 selbstversenkt, später gehoben und abgewrackt.
    Erhalten von diesem Schiff ist das Schiffswappen des Kommandantenboots sowie ein Dienstsiegel und die Schiffsglocke. Während das Schiffswappen im Maritimen Museum Hamburg und das Dienstsiegel in Mürwik zu sehen sind ist mir der Verbleib der Glocke nicht bekannt.

    Stefan

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  15. Mainschiffer

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    SMS Kronprinz war ein am 21.2.1914 in Kiel vom Stapel gelaufenes Linienschiff der König-Klasse. Es gehörte zum III. Geschwader der Hochseeflotte und nahm an der Skagerrakschlacht teil, die es als einziges Schiff seiner Klasse unbeschädigt überstand. Kommandant des achternen 30,5 cm-Zwillingsturms "E" war zu diesem Zeitpunkt der später als Kommandant des Hilfskreuzers Seeadler bekannt gewordene Graf Luckner.

    Am 5.11.1916 wurde Kronprinz von einem U-Boot-Torpedo getroffen, der jedoch nur zu einem relativ unbedeutenden Wassereinbruch von 250 Tonnen führte.

    Im Oktober 1917 war das Schiff am Unternehmen "Albion" in der Ostsee beteiligt und stand am 17.10. im Gefecht mit den russischen Linienschiffen Slawa und Graschidanin sowie dem Panzerkreuzer Bajan, wobei Kronprinz mehrere Treffer erzielen konnte.

    Am 15.06.1918 erfolgte anlässlich des 30-jährigen Thronjubiläums die Umbenennung des Schiffs in SMS Kronprinz Wilhelm.

    Auch Kronprinz Wilhelm wurde in Scapa Flow selbstversenkt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Schiffen konnte die Kronprinz nicht gehoben werden und liegt somit als beliebtes Ziel von Sporttauchern noch immer dort.

    Über Wasser erhalten und damit auch ohne Tauchgang zugänglich hat sich die Heckzier des Schiffs, die im Maritimen Museum Hamburg zu sehen ist. Anbei auch noch ein Foto eines Matrosen mit dem Mützenband Kronprinz Wilhelm, das aufgrund des späten Zeitpunkts der Namensgebung nicht ganz so häufig ist.

    Stefan

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  16. Mainschiffer

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    Zu den ältesten Schiffen der kaiserlichen Marine gehört die am 8.10.1877 in Stettin vom Stapel gelaufene SMS Stosch. Es handelte sich bei diesem Schiff um einen als gedeckte Korvette, ab 1884 als Kreuzerfregatte qualifizierten 3-Master mit zusätzlichem Dampfmaschinenantrieb. Das Schiff gehörte der Bismarck-Klasse an.

    Eingesetzt war das Schiff zunächst beim Ostasiengeschwader, wo es bis 1885 verblieb. Im Juli 1885 war SMS Stosch dann vor Dt.-Ostafrika im Einsatz, bevor das Schiff dann im August wieder nach Deutschland fuhr. Dort wurde es zum Schulschiff umfunktioniert, war aber weiterhin viel im Ausland. Dabei beschränkten sich die Aufgaben keineswegs auf die Ausbildung und die Repräsentation, sondern man zeigte auch in Konfliktsituationen "Flagge". So war das Schiff 1899 vor Venezuela bei der Blockade des dortigen Hafens im Einsatz.

    SMS Stosch wurde am 17.5.1907 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen. Das Abwracken überlebt hat glücklicherweise die wunderschöne Schiffsglocke, die sich heute im Maritimen Museum Hamburg befindet.

    Stefan

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  17. Mainschiffer

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    Eines der bekanntesten Schiffe mit eines besonders langen Dienstzeit und Teilnahme an 2 Weltkriegen ist SMS Schleswig-Holstein. Es handelt sich um ein Linienschiff der Deutschland-Klasse und lief am 7.12.1906 vom Stapel. Die Indienststellung erfolgte am 6.7.1908 beim II. Geschwader. Schon damals war das Schiff eigentlich veraltet, hatten die Briten doch inzwischen HMS Dreadnought in Dienst gestellt und damit neue Maßstäbe für Schlachtschiffe begründet.
    SMS Schleswig-Holstein war mit dem II. Geschwader in der Nordsee eingesetzt und nahm auch an der Skagerrakschlacht teil. Sie erhielt dabei 2 schwere Treffer, die 3 Mann der Besatzung töteten und 8 Mann verwundeten. Bei den Nachtgefechten konnten mehrere Treffer mit der Mittelartillerie auf einem brit. Zerstörer erzielt werden.
    Anfang Mai 1917 wurde die Schleswig-Holstein außer Dienst gestellt und desarmiert. Das Schiff wurde in Bremerhaven als Wohnschiff eingesetzt, 1918 nach Kiel verlegt.
    Nach Kriegsende verzichteten die Siegermächte auf die Auslieferung des alten Schiffs. Es verblieb bei der Reichsmarine und späteren Kriegsmarine. Das Schiff wurde wieder bewaffnet und mehrfach umgebaut und diente als Schulschiff. In die Weltgeschichte ging das Schiff dann durch die Beschießung der Danziger Westernplatte am 1.9.1939 ein, durch die der 2. Weltkrieg seinen Anfang nahm. Das Schiff diente dann der Kriegsmarine den ganzen Krieg hindurch und wurde am 21.3.1945 gesprengt. Von den Sowjets gehoben wurde es von diesen schließlich noch als Schießziel verwandt.
    Erhalten haben sich von diesem Schiff im Militärhistorischen Museum Dresden die Schiffsglocke, von der ich leider kein Foto habe, und eine Borduhr, die sich im Maritimen Museum Hamburg befindet. Diese ist mit SMS Schleswig-Holstein bezeichnet, stammt also noch aus der Kaiserzeit. Die schlechte Qualität des Fotos bitte ich zu entschuldigen, es ist immer schwierig, Objekte hinter Glas zu fotografieren.

    Stefan

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